Gesundes Grillen: Wie lassen sich Giftstoffe beim Grillen vermeiden?
Tipps & Tricks

Richtiges Grillen mit der perfekten Glut

Fluchen durchbricht das Zwitschern der Vögel, an einem warmen Sommertag. So mancher Grillanfänger kommt ins Schwitzen, bevor das Grillfest überhaupt begonnen hat. Obwohl doch die Kohle schon geglüht hat und die Grillanzünder ordentlich verteilt waren, erlöschen die Flämmchen genauso schnell, wie sie gekommen sind. Welchen Feuergott in Dreiteufelsnamen soll man huldigen, um eine solide Glut zu bekommen?

Holzkohle- vs. Gasgrill

Natürlich ist der Gasgrill eine verlockende Alternative, allerdings grillt ein echter Grillmeister immer mit Holzkohle. Denn Feuer gibt dem Grillgut einen Geschmack, der sich durch nichts ersetzen lässt. Im Prinzip ist es auch beim Grillen mit Holzkohle nicht so schwierig: Eine gute Glut braucht genügend Sauerstoff – doch alles der Reihe nach.

Verhindern kann man das Benzpyren indem Marinaden und fettiges Fleisch sorgfältig vor dem Grillen abgetupft, oder spezielle Grilltassen verwendet werden.

Schritt für Schritt zur perfekten Glut:
1. Das richtige Brennmaterial

Sobald man sich für einen Holzkohlegrill entschieden hat, braucht man das richtige Brennmaterial. Traditionell grillen die meisten am liebsten mit der klassischen Holzkohle. Sie braucht wenig Zeit bis sie durchgeglüht ist und verbrennt mit sehr hohen Temperaturen (bis zu 700 Grad) – ideal um Steaks scharf anzubraten.

Der Nachteil lässt aber nicht lange auf sich warten: Beim Grillen mit Holzkohle muss stündlich nachgelegt werden. Denn mehr Energie benötigt mehr Brennstoff.

Bei größeren und längeren Grillfeiern können deshalb Briketts ihre Vorteile ausspielen. Diese brauchen zwar mehr Zeit bis sie glühen (bis zu 50 Minuten) und erreichen eine etwas niedrigere Hitze, allerdings halten Briketts je nach Qualität und Größe dann gleich für mehrere Stunden.

Achte bei dem Kauf von Produkten immer auf die Qualität. Das DIN-Zeichen EN 1860-2 stellt als Mindestanforderung sicher, dass sie frei von Schadstoffen sind.

Verwende niemals frisches Holz. Durch den hohen Wasser- und Harzanteil qualmt das Holz sehr stark. Dadurch entsteht besonders viel von dem krebserregenden PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe). Bei einer längeren Trocknung oder Lagerung (mindestens zwei Jahre) verschwinden die vorhandenen Zellflüssigkeiten und es kann problemlos eingesetzt werden.

2. Trockene Lagerung

Überprüfe immer vor dem Grillen ob das Brennmaterial trocken ist. Holzkohle ist hygroskopisch und nimmt daher Feuchtigkeit sehr leicht auf. Sie lässt sich aber auch schnell wieder trocknen. Um zusätzliche Rauchentwicklungen zu vermeiden, sollte sie an einem trockenen Platz gelagert werden. Ideal hierfür eignet sich ein Heizungskeller.

3. Scheiterhaufen

Für die perfekte Glut, schichte eine Hälfte Holzkohle oder Briketts zu einem Fußball großen Haufen. Verteile die Grillanzünder an der Oberfläche und schütte die andere Hälfte der Grillkohle darüber. Beachte dabei, dass kleine Zugänge entstehen, um die Grillanzünder zu erreichen. Falls du alles richtig gemacht hast, sollte ein langes Feuerzeug reichen, um den Kohlehaufen sicher anzuzünden.

4. Die Qual der Wahl

Von chemischen bis elektrischen Grillanzündern gibt es so ziemlich alles auf dem Markt. Bei chemischen Grillanzündern wie Anzündpaste, Anzündspray oder Anzündwürfel ist zu beachten, dass sie ordentlich abgebrannt sein müssen, bevor gegrillt wird. Ansonsten leidet der Geschmack und die Gesundheit darunter.

Elektrische Grillanzünder bestehen meist aus einer so genannten Heizschlange. Diese wird unter dem Brennstoff im Grill platziert und sorgt aufgrund der Hitzebildung für dessen Entzündung. Der Geschmack des Grillgutes wird durch den elektrischen Grillanzünder nicht beeinträchtigt, allerdings wird dafür ein Stromanschluss benötigt.

5. Praktisch aber nicht ideal

Er braucht keinen Strom und ist der Grillmeister Liebling: Viele schwören auf den Anzündkamin. Je nach Qualität bekommt man ihn beim Baumarkt schon ab sechs Euro. Ein Anzündkamin hat die Form eines Blechrohrs mit Griffen und Belüftungsöffnungen. Die Vorrichtung ist in zwei Abteile gegliedert. Der obere Teil wird dabei mit der gewünschten Menge an Kohle befüllt und in den unteren Teil kommen die Grillanzünder. Der Kamineffekt sorgt dann dafür, dass die heiße Luft durch einen entstehenden Unterdruck nach oben gesogen wird, wodurch die Kohle gleichmäßig durchglüht.

Je nach Menge dauert es dann zwischen 15 und 30 Minuten, bis die Kohle im Anzündkamin vollständig durchgeglüht ist. Anschließend kann die Glut behutsam in den Griller geschüttet werden.

Der Nachteil dabei: Beim Umschütten der Glut kann es zu Funkenflug und herausfallenden Kohlestücken kommen. Wer wirklich sicher gehen möchte, trägt hier also Handschuhe, festes Schuhwerk und achtet vor dem Umfüllen auf die Windrichtung. Achtung: Verbrennungsgefahren gehen von dem Anzündkamin auch nach der Nutzung aus. Speziell beim Grillen mit Kindern ist darauf zu achten. Verwahre heiße Grillerteile deshalb immer sicher und außerhalb der Reichweite von Kindern.

6. Ein kühler Kopf für die ideale Hitze

Brennen die Anzünder erstmal, wird der Kohlehaufen in hellen Flammen aufgehen und solange halten bis die Holzkohle leicht lodert. An der weißen Ascheschicht erkennt der Grillmeister, wann die richtige Kerntemperatur erreicht ist. Damit die Grillparty endlich starten kann, braucht die Glut genügend Sauerstoff. Falls du verzweifelt pustest oder mit den Händen wedelst, gibt es einiges an hilfreichen Grillzubehör:

Die Möglichkeiten reichen von der Luxus Variante wie einem speziellen Heißluftföhn, bis hin zum Stück Pappkarton oder einem Handblasebalg. Idealerweise hat der Grill eine bodenseitige Luftöffnung, die für den Kamineffekt sorgt. Verwende was auch immer du findest: Hauptsache die Kohlen oder Briketts werden kontinuierlich und ordentlich belüftet. Wie schon ein passendes Sprichwort sagt: „Ohne Schweiß kein Preis“.

7. Das perfekte Grillerlebnis

Eine weitere Alternative bietet die Firma VAUSTIL. Der Grill Primero verfügt über einen integrierten Anzündkamin, der innerhalb von 15 Minuten Kohle durchglühen lässt. Das System hat den Vorteil, dass glühende Kohlen nicht umgeschüttet werden müssen. Dadurch können keine Kohlenstücke herausfallen und Verbrennungsgefahren werden minimiert.

Der integrierte Anzündlkamin von VAUSTIL lässt sich mit beliebigen Brennmaterial befüllen. Die Grillanzünder werden in einer Lade am unteren Teil des Primeros angezündet. Anschließend wird die Lade einfach wieder zurückgeschoben und nach kürzester Wartezeit kann gegrillt werden. Somit bleiben Schwarze Finger, Handschuhe, Verbrennungsgefahren und Funkenflug mit dem Primero erspart.